Vorschriften und Regeln zum Kopfschutz


Die ab 01.07.1995 uneingeschränkt rechtskräftige Richtlinie 89/686/- EWG regelt die grund-sätzlichen Anforderungen an PSA*. Produkte, die den Anforderungen der europäischen Normen gerecht werden, sind durch das CE-Kennzeichen ausgezeichnet. Nach dieser Richtlinie werden dem Arbeitgeber neue Pflichten auferlegt. So hat er nicht nur nachzuweisen, daß die bereitgestellte PSA* eine entsprechende Qualität aufweist und der neuen EN entspricht. Vielmehr hat er alle mit der betreffenden Arbeit verbundenen Risiken zu bewerten und die für die jeweilige Aufgabe am besten geeignete Schutzausrüstung bereitzustellen.
Die neuen Pflichten lauten:

  • Risikoermittlung und treffen von Maßnahmen zur Beseitigung beziehungsweise Verringerung des Risikos.
  • Risikobewertung und Auswahl von Gesichtsschutz, der ein entsprechendes oder höheres Schutzniveau gewährleistet.

*PSA = Persönliche Schutzausrüstung
Die aus dieser Richtlinie erstellten Normen regeln die technischen Details und werden in der ZH1/704 ausführlich beschrieben.
Überall, wo bei der Arbeit der Kopf gefährdet ist durch Anstoßen oder herabfallende, pendelnde, umfallende oder weggeschleuderte Gegenstände, müssen Schutzhelme nach EN 397 getragen werden und zwar immer und unabhängig von Beruf und Tätigkeit.
Begriffsbestimmungen nach ZH1/704 und EN 397
Industrieschutzhelme sind Kopfbedeckungen aus widerstandsfähigem Material, die den Kopf hauptsächlich vor he-rabfallenden Gegenständen schützen sollen.
Helmschale ist der äußere Teil des Helmes aus hartem Werkstoff, der einwirkende Kräfte aufnimmt und die Innenausstattung beinhaltet. Die Helmschale kann unterschiedlich geformt sein, zum Beispiel mit:

  • breitem umlaufenden Rand,
  • mit Regenrinne,
  • mit Schirm,
  • mit heruntergezogenem Nackenteil

Innenausstattung ist der innere Teil des Schutzhelmes, der die auf die Helmschale einwirkenden Kräfte ver-teilt und zugleich dämpft. Sie besteht aus einem korbähnlichen Gebilde, das aus Tragebändern, einem längenverstellbaren Kopfband und Nackenband zusammengefügt ist.
Schutzhelm-Zubehör sind Teile, die für besonder Einsätze an der Helmschale und auch an der Inneneinrichtung nachträglich angebracht werden können, zum Beispiel:

  • Kinnriemen,
  • Leuchtenhalter,
  • Nackenschutz,
  • Schutzschirme Schutzschirme, -brillen, Gehörschützer und andere Schutzmittel, die auch unabhängig vom Helm getragen werden können, sind eigenständige PSA* und gelten nicht als Helmzubehör.

Kennzeichnung
Nach der EN 397 Industrieschutzhelme sind Industrieschutzhelme gekennzeichnet durch eingeprägte oder eingegossene Informationen über:

  • die angewandte Norm (EN 397)
  • Name oder Zeichen des Herstellers
  • Jahr und Quartal der Herstellung
  • Helmtyp (Bezeichnung des Herstellers) auf der Helmschale und der Innenausstattung
  • Größe oder Größenbereich (Kopfumfang in cm) auf der Helmschale und der Innenausstattung
  • CE-Kennzeichnung

Die CE-Kennzeichnung besteht aus dem Kurzzeichen CE (CE=communauté européenne) und den beiden letzen Zahlen der Jahreszahl, in dem das Zeichen angebracht wurde, zum Beispiel CE 96, sowie der Kennnummer der benannten Prüfstelle.
Industrieschutzhelme mit zusätzlichen Eigenschaften sind zusätzlich wie folgt zu kennzeichnen:

  • -20° C Schutz bei -30° C niedrigen Temperaturen
  • +150° C Schutz bei hohen Temperaturen
  • 440 Vac elektrische Isolierung (440 V Wechselstrom)
  • LD Gestaltfestigkeit bei seitlicher Beanspruchung
  • MM Schutz gegen Spritzer von geschmolzenem Metall


Bewertung
Vor der Auswahl von Industrieschutzhelmen hat der Unternehmer einer Bewertung vorzunehmen, um festzustellen, ob sie:

  • Schutz gegenüber den abzuwehrenden Gefahren bieten, ohne selbst eine größere Gefahr mit sich zu bringen
  • für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet sind
  • den ergonomischen Anforderungen und gesundheitlichen Erfordernissen genügen
  • dem Träger angepaßt werden können

Alle Industrieschutzhelme müssen die Grundanforderungen an folgende Schutzfunktionen erfüllen:

  • Stoßdämpfung
  • Duchdringungsfestigkeit
  • Beständigkeit gegen Flammen
  • Gewährleistung des Sitzes (Kinnriemenbefestigung)

Tragekomfort
Besondere Bedeutung hat der Tragekomfort von Industrieschutzhelmen. Deshalb sollten die Tragekörper aus Textilbändern hergestellt und ein Schweißband aus Leder vorhanden sein. Das Material paßt sich der Kopfform des Trägers optimal an und ist in bezug auf Schwitzen und Reizung angenehmer. Dem weiteren Tragekomfort dienen ein Innenpolster, das zwischen Kopfband und Helm-schale eingelegt ist sowie ein Schweißband aus Leder, welches das Kopfband umschließt und Schweiß aufsaugen soll.

Einsatz
Industrieschutzhelme dienen der Aufnahme der Aufprallenergie bei teilweiser Zerstörung oder Beschädigung der Helmschale und der Innenausstattung. Daher sollte jeder Industrie-schutzhelm, der einem schweren Aufprall ausgesetzt war, ersetzt werden, auch wenn ein Beschädigung nicht direkt erkennbar ist. Werden sichtbare Mängel sicherheitstechnischer Art festgestellt, dürfen Industrieschutzhel-me nicht mehr weiter benutzt werden. Sie sind der weiteren Benutzung zu entziehen.
Zur Gewährleistung eines ausreichenden Schutzes sind Industrieschutzhelme der Kopfgröße des Trägers anzupassen oder auf diese einzustellen.

Benutzungsdauer
Die Haltbarkeit der Helme, insbesondere der Helmschalen, hängt von mehreren Einflußfaktoren ab:
Helmschalen aus Duroplasten unterliegen keiner altersbedingten Beeinträchtigung ihrer Schutzfunktion; sie müssen deshalb nur bei mechanischer Beschädigung ausgesondert werden.
Helmschalen aus Thermoplasten können einer altersbedingten Minderung ihrer Schutzfunktion unterliegen. Sowohl Qualität wie auch der Einsatzbereichnehmen Einfluß auf die Tragedauer, zum Beispiel:

  • verwendeter Kunststoff und zugegebene Stabilisatoren
  • Verarbeitung mit Druck, Temperatur und Spritzgeschwindigkeit
  • Witterungseinflüsse
  • UV-Bestrahlung
  • Luftverunreinigung
  • Farbe des Helmes

Pflege / Reinigung
Industrieschutzhelme sind in regelmäßigen Abständen nach den Angaben des Herstellers zu reinigen. Dabei sind die Angaben des Herstellers über die Reinigungsmethode und die Reinigungsmittel zu beachten. Die Innenausstattung kann zum Beispiel bei Verschmutzung mit lauwarmem Seifenwasser abgewaschen oder in einer Waschmaschine gewaschen werden.

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