Vorschriften und Regeln zum Gehörschutz

http://www.dguv.de/ifa/de/fac/laerm/rechtliche_vorgaben/index.jsp

Die ab 01.07.1995 uneingeschränkt rechtskräftige Richtlinie 89/656/- EWG regelt die grund-sätzlichen Mindestanforderungen an persönliche Schutzausrüstung PSA*. Produkte, die den Anforderungen der europäischen Normen gerecht werden, sind durch das CE-Kennzeichen ausgezeichnet.

Für Gehörschützer werden alle Vorschriften in der EN 352 geregelt:

  • EN 352-1 Kapselgehörschützer
  • EN 352-2 Gehörschutzstöpsel
  • EN 352-3 Kapselgehörschützer mit Helmbefestigung
  • EN 352-4 elektro-akustische Systeme

In der ZH 1/705 werden Regeln auf der Grundlage der UVV "Lärm" (VBG 121) sowie der oben genannten Richtlinie für den Einsatz von Gehörtschützern aufgestellt und der Gefah-renbereich wird definiert.

Nach dieser Richtlinie werden dem Arbeitgeber neue Pflichten auferlegt. So hat er nicht nur nachzuweisen, daß die bereitgestellte PSA* eine entsprechende Qualität aufweist und der neuen EN entspricht. Vielmehr hat er alle mit der betreffenden Arbeit verbundenen Risiken zu bewerten un die für die jeweilige A z abe am besten geeignete Schutzausrüstung bereit-zustellen.

Die neuen Pflichten lauten:

  • Risikoermittlung und treffen von Maßnahmen zur Beseitigung beziehungsweise Ver- ringerung des Risikos.
  • Risikobewertung und Auswahl von Gesichtsschutz, der ein entsprechendes oder höhe- res Schutzniveau gewährleistet.

*PSA = Persönliche Schutzausrüstung

Werden Mitarbeiter in Lärmbereichen beschäftigt, ist grundsätzlich die Gefahr einer Gehör-schädigung gegeben!

Wahl der Gehörschützerart

Bei der Auswahl der Gehörschützerarten ist die jeweilige Arbeitsumgebung zu berücksichtigen, und zwar:

  • Exposition im Dauerlärm oder
  • wiederholte kurzzeitige Lärmexposition
  • informationshaltige Arbeitsgeräusche
  • Warnsignale, Sprachkommunikation
  • Ortung von Schallquellen
  • persönliche Unverträglichkeiten des Benutzers
  • hohe Temperaturen und Staub

Kapselgehörschützer sind zu empfehlen, wenn

  • wegen wiederholter kurzzeitiger Lärmexposition ein häufiges Auf- und Absetzen des Gehörschützers erforderlich ist (dazu sind auch Bügelstöpsel geeignet)
  • Gehörschutzstöpsel wegen zu enger Gehörgänge nicht vertragen werden
  • eine Neigung zu Gehörgangsentzündungen oder sonstigen lokalen Unverträglichkeiten beim Tragen von Gehörschutzstöpseln vorliegt

Kapselgehörschützer erschweren die Ortung von Schallquellen und sollten daher nicht eingesetzt werden, wenn aus Sicherheitsgründen gutes Richtungshören erforderlich ist!

Gehörschutzstöpsel, auch Bügelstöpsel und Schnurstöpsel sind zu empfehlen

  • an Arbeitsplätzen mit andauernder Lärmeinwirkung · bei zu starkem Schwitzen unter Kapselgehörschützern
  • bei gleichzeitigem Tragen von Brille oder Schutzbrille und Gehörschutz
  • wenn andere persönliche Schutzausrüstungen, zum Beispiel Industrischutzhelme, Atemschutzgeräte, Schutzbrillen und anderer Gesichtsschutz, getragen werden müssen

Schnurstöpsel sollen nicht getragen werden, wenn in der Nähe bewegter Maschinenteile gearbeitet wird!

Prüfung

Gehörschützer müssen vor jeder Benutzung auf ihren einwandfreien Zustand geprüft werden. Es ist insbesondere zu prüfen,

  • ob die Kapseln oder Dichtungskissen keine Risse aufweisen
  • ob die Bügel nicht beschädigt oder aufgebogen sind
  • ob bei fertiggeformten und zur mehrmaligen Verwendung vorgesehene Stöpsel diese nicht verschmutzt sind
  • ob vor Gebrauch zu formende Stöpsel aus polymerem Schaumstoff noch ausreichend elastisch sind

Hygiene und Pflege

Bei der Benutzung des Gehörschützers können Verunreinigungen, zum Beispiel durch Stäube und Flüssigkeiten auftreten und Hautreizungen bewirken. Alle Träger von Gehörschüt-zern müssen angewiesen werden, sich die Hände zu reinigen, bevor sie Gehörschützer, be-sonders Gehörschutzstöpsel, anfassen. Die Benutzer müssen auch darauf hingewiesen werden, daß ein Arzt, zum Beispiel der Betriebsarzt, aufgesucht werden muß, wenn sie Hautreizungen während oder nach dem Gebrauch ihrer Gehörschützer bemerken.

Inspektion und Austausch

Gehörschützer müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden, um Ausrüstungen, die durch mechanische Fehler, Alterung, Unfall oder Mißbrauch beschädigt sind, austauschen zu können. Es dürfen nur einwandfreie Gehörschützer benutzt werden!

Begriffsdefinitionen

Auszüge aus der ZH 1/705

Lärmbereiche im Sinne dieser Regeln sind Bereiche, in denen Lärm auftritt, bei dem der ortsbezogene Beurteilungspegel 85 dB(A) erreicht oder überschritten wird. Lärmbereichen können auch ortsveränderlich sein, wie:

  • fahrbare Maschinen und Fahrzeuge
  • tragbare Arbeitsgeräte

Gehörschützer sind persönliche Schutzausrüstungen, die die Einwirkung des Lärms auf das Gehör verrin-gern, so daß eine Lärmschwerhörigkeit nicht entsteht oder sich nicht verschlimmert. In der Art der Anwendung werden Gehörschützer unterschieden nach:

  • Kapselgehörschützer, welche beide Ohrmuscheln mit Kapseln umschließen
  • Gehörschutzstöpsel, die im Gehörgang oder in der Ohrmulde getragen werden
  • Schallschutzhelme, zur Verringerung des Schallpegels auf den Schädel bei hohen Schallpegeln

Schalldämmung Für die Auswahl und Bewertung nach der Schalldämmung ist zu berücksichtigen, daß

  • der am Ohr des Benutzers wirksame Beurteilungspegel unterhalb von 85 dB(A) liegt
  • die in der Praxis erzielte Schutzwirkung durch unsachgemäße Benutzung geringer ist, als in den Labormessungen ermittelt
  • eine Überprotektion vermieden wird
  • eine Signalerkennung in ausreichendem Maße möglich ist

Verfahren zur Auswahl Die Schalldämmung von Gehörschützern ist in unterschiedlichem Maße frequenzabhängig. Die Auswahlverfahren berücksichtigen diese Frequenzabhängigkeit in unterschiedlicher Weise und erfordern auch unterschiedliche Informationen über die betreffenden Lärmsituationen. Folgende Auswahlverfahren sind praxisgerecht, jedoch mit unterschiedlichen Ansatzpunkten:

  • Oktavband-Methode ist ein genaues aber sehr aufwendiges Verfahren
  • HML-Methode gibt für jeden Gehörschützer 3 Dämmwerte in bestimmten Frequenzbe- reichen an H = hoch, M = mittel, L = tief zusätzlich muß eine Information der Frequenz- zusammensetzung vorliegen
  • HML-Check ist eine Kurzform der HML-Methode und erfordert einen geringeren Informa- tionsstand über das Geräusch. Das Verfahren liefert für die Mehrzahl der Geräuschsitua- tionen ein ausreichend genaues Ergebnis
  • SNR-Methode bestimmt einen einzigen Dämmwert, die vereinfachte Geräuschpegelminderung

Überprotektion Wird die Schalldämmung eines Gehörschützers wesentlich höher ausgewählt, als zur Vermeidung eines Gehörschädigungsrisikos notwendig ist, werden die Sprachverständigung und das Erkennen von informationshaltigen Arbeitsgeräuschen sowie die Wahrnehmbarkeit von Warnsignalen unnötig erschwert. In Folge der Ablehnung des Gehörschützers wird dieser gar nicht oder unsachgemäß getragen, was zu einem am Ohr wirksamen Beurteilungspegel von über 85 dB(A) führen kann.

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