Vorschriften und Regeln zum Augenschutz


Die ab 01.07.1995 uneingeschränkt rechtskräftige Richtlinie 89/656/-EWG regelt die grund-sätzlichen Anforderungen an PSA*. Nach dieser Richtlinie werden dem Arbeitgeber neue Pflichten auferlegt. So hat er nicht nur nachzuweisen, daß die bereitgestellte PSA* eine entsprechende Qualität aufweist und der neuen EN entspricht. Vielmehr hat er alle mit der betreffenden Arbeit verbundenen Risiken zu bewerten und die für die jeweilige Aufgabe am besten geeignete Schutzausrüstung bereitszustellen.

Die neue Pflichten lauten:

  • Risikoermittlung und treffen von Maßnahmen zur Beseitigung beziehungsweise Verringerung des Risikos.
  • Risikobewertung und Auswahl von Gesichtsschutz, der ein entsprechendes oder höheres Schutzniveau gewährleistet.

*PSA = Persönliche Schutzausrüstung
Die EN 166 sowie die ZH1/703 regeln den persönlichen Augenschutz. Augenverletzungen und schäden können entstehen durch: • mechanische Belastung (Staub, Splitter, Späne). • Belastung durch Flüssigkeiten (Lösemittel, Säuren, Laugen). • Belastung durch Strahlung (UV-Strahlen, Licht, Infrarot-Licht). Um Schädigungen der Augen zu vermeiden, müssen Schutzbrillen getragen werden. Hierbei ist der Einsatzfall zu bestimmen und eine Schutzbrille entsprechend auszuwählen.

Begriffsbestimmungen im Sinne der Regel ZH1/703
Tragkörper ist Teil des Augen- und Gesichtsschutzes. Er besteht aus Fassung, Traghilfen, Verbindungs-elementen und gegebenenfalls zusätzlichen Erweiterungsteilen.
Fassung ist der Teil des Tragkörpers, der die Sichtscheiben hält.


Traghilfen sind Teile des Tragkörpers, die zum Befestigen am Ohr des Trägers oder am Schutzhelm dienen. (Ohrbügel, Kopfband, Kopfhalterung, Helmhalterung).
Verbindungselemente sind Teile des Tragkörpers, die Einzelteile miteinander verbinden. (Scharniere, Gelenke, Haken, Ösen, Nieten).
Erweiterungsteile sind Teile, die am Tragkörper zum Schutz vor besonderen Gefahren zusätzlich befestigt werden können (Seitenschutz, Hochklappteil). Kein anderes Sinnesorgan ist so leicht verletzbar wie ein Auge!
Gestellbrillen sind Schutzbrillen, die mit Ohrbügeln oder mit Traghilfen für die Befestigung am Schutzhelm ausgerüstet sein können. Für den seitlichen Schutz sind sie mit Seitenschutzkörben oder Seitenschutzplatten versehen. Haben die Sichtscheiben einer Gestellbrille auch optisch korrigierende Wirkung, werden solche Schutzbrillen als Korrektionsschutzbrillen bezeichnet.


Korbbrillen sind Schutzbrillen, bei denen der Tragkörper korbartig ausgebildet ist und aus weichem, ela-stischem Material besteht, so daß der Brillenkorb den Augenraum umschließt und sich am Gesicht anschmiegt.
Vorstecker sind Tragkörper mit Fassungen für Sicherheits- oder Filtersichtscheiben. Sie werden auf eine Korrektionsbrille aufgesteckt. Vorstecker zählen im weitesten Sinne auch zu den Schutzbrillen. Bei Vorsteckern gibt es auch Konstruktionen, die hochklappbar sind. Es wird jedoch nicht die gleiche Schutzwirkung erreicht, wie mit einer kompletten Schutzbrille.


Schutzschirme schützen das Gesicht und je nach Länge und Erweiterungsteilen, z. B. Schürzen, auch Teile des Halses. Sie werden mit Traghilfen am Schutzhelm oder direkt am Kopf getragen. Sicht-scheiben können an den Traghilfen starr, leicht auswechselbar oder hochklappbar befestigt sein.
Schutzschilde schützen ebenfalls Gesicht und Teile des Halses. Sie werden mit der Hand gehalten. Am häufigsten anzutreffen sind die Schweißerschutzschilde, die so groß sein müssen, daß das gesamte Gesicht geschützt ist. Schutzschilde sind aus lichtdichten, gegen mechanische und thermische Einwirkungen ge-nügend widerstandsfähigen Werkstoffen hergestellt. Im Schild ist ein Fenster für eine Filter-scheibe eingearbeitet. Freisichtschilde haben außerdem ein Beobachtungsfenster, das lichtdicht geschlossen und für bestimmte Arbeitsvorgänge geöffnet werden kann.
Sichtscheiben ohne Filterwirkung sind farblose Sichtscheiben mit einem Lichttransmissionswert > 74 %. Als Sicherheitssichtscheiben bieten sie Schutz gegen aufprallende Teile. Sichtscheiben dienen dazu, Augen oder Gesicht vor den verschiedenen Gefahren zu schützen und gleichzeitig das Sehen möglichst wenig zu behindern.


Brillenklassen Die optische Qualität der Sichtscheiben wird in drei Stufen klassifiziert: 1. Für besonders hohe Anforderungen an die Sehleistung, zum Dauergebrauch. 2. Für durchschnittliche Anforderungen an die Sehleistung. 3. Ohne große Anforderungen an die Sehleistung, nicht zum Dauergebrauch.
Brillenauswahl Damit die Brillenauswahl für den Einsatzbereich erfolgen kann, sind sowohl Sichtscheiben wie auch Fassungen mit Kennbuchstaben und Ziffern versehen.

Codierung Schutzbrillen
Einsatzbereiche:

ohne mechanische Risiken, Gefährdungen
3 tropfende und spritzende Flüssigkeiten
4 Staub mit einer Korngröße > 5
5 Gase, Dämpfe, Nebel, Rauche und Staub mit einer Korngröße < 5
8 Lichtbogen bei Kurzschluß in elektrischen Anlagen
9 Metallspritzer
Sichtscheiben mit Filterwirkung sind getönte Sichtscheiben, die je nach Ausführung Schutz gegen ultra-violette Strahlung, Blendung oder infrarote Strahlung bieten. Sie bieten keinen Schutz bei großer Stoßbelastung, sofern sie nicht auch als Sicherheitssichtscheiben ausgelegt sind.
Standard-Sichtscheiben
Material Polycarbonat Cast Resin Sicherheitsglas
Einsatz Klasse 2 und 3 bei korrigierten Schutzbrillen hohe Anforderungen
Eigenschaften leicht, zäh, verform- bar, hohe mechani- sche Festigkeit, und kann beschichtet werden > Festigkeit als Glas, < Festigkeit als Poly- carbonat behandeltes Glas, ist besonders schlagzäh, kratzfest, verkratzte Scheiben werden spröde
Codierung Schutzbrillen
mechanische Festigkeit:
"ohne" mechanische Grundfestigkeit
"S" erhöhte mechanische Festigkeit (5,1 m/s)
"F" Stoß mit kleiner Energie (45 m/s)
"B" Stoß mit mittlerer Energie (120 m/s)
"A" Stoß mit hoher Energie (190 m/s)
Filtrierende Sichtscheiben, häufig in der Farbe grün, werden überwiegend zum Schweißen, Schneiden oder Brennen eingesetzt. Sie absorbieren das blaue UV-Licht und sind in den Schutzstufen 1.2 bis 16 lie-ferbar.

Schutzstufen
1.7 gegen helles UV-Streulicht
5 + 7 Schweißen und Schneiden mit Gas- Sauerstoffgemisch
8 - 16 Elektroschweißen

Sichtscheiben-Materialien

Zum Einsatz kommen Sichtscheiben aus unterschiedlichen Materialien wie:

  • Polycarbonat
  • Cast Resin (CR 39)
  • Sicherheitsglas

Zustand

Vor Beginn jeder Arbeitsschicht ist der Augen- und Gesichtsschutz durch Sichtprüfung auf ordnungsgemäßen Zustand zu überprüfen. Mit mangelhaftem Augen- oder Gesichtsschutz darf nicht gearbeitet werden. Augen- und Gesichtsschutz ist entsprechend den Herstelleranweisungen regelmäßig zu reinigen und zu desinfizieren.

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